Brücken bauen in der Arbeitswelt
Interkulturelle Kommunikation
In einer zunehmend globalisierten Welt, in der Zusammenarbeit über Länder- und Kulturgrenzen hinweg zum Alltag gehört, gewinnt interkulturelle Kommunikation immer mehr an Bedeutung. Ob in internationalen Unternehmen, bei politischen Verhandlungen oder im Bildungswesen – der Erfolg gemeinsamer Projekte hängt oft weniger von technischen Kompetenzen als vielmehr von der Fähigkeit ab, kulturelle Unterschiede zu erkennen, zu verstehen und respektvoll zu überbrücken.
Interkulturelle Kommunikation bezeichnet den Prozess des Austauschs von Informationen, Werten und Bedeutungen zwischen Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Zusammenhängen. Dabei stehen das Verständnis und die Anerkennung verschiedener Kommunikationsstile sowie kulturell geprägter Denk- und Verhaltensmuster im Mittelpunkt. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren lieferten Wissenschaftler wie Edward T. Hall und Geert Hofstede grundlegende Erkenntnisse darüber, wie Kultur die Kommunikation beeinflusst und zu unterschiedlichen Deutungsmustern führen kann (Leichner, n.d.).
Auf dieser Grundlage sind im Laufe der Zeit zahlreiche theoretische Modelle entstanden, die bis heute die Praxis prägen. Dazu gehören beispielsweise das Vier-Ohren-Modell von Friedemann Schulz von Thun, das Kulturdimensionen-Modell von Geert Hofstede, das Eisbergmodell sowie Edward T. Halls Konzept von High- und Low-Context-Kulturen. Diese Ansätze zeigen eindrücklich, dass Kommunikation nie losgelöst vom kulturellen Hintergrund stattfindet, sondern dass Botschaften je nach Kontext ganz unterschiedlich kodiert und dekodiert werden können. Gerade in internationalen Teams kann dies immer wieder zu Missverständnissen führen, wenn kulturelle Unterschiede unreflektiert bleiben (Leichner, n.d.).
In einer zunehmend diversen Arbeitswelt treffen Beschäftigte unterschiedlicher Herkunft, Sprache, Werteorientierung und Kommunikationskultur täglich aufeinander. Dies ist in internationalen Konzernen ebenso der Fall wie in Tochtergesellschaften oder regionalen Betrieben mit wachsender kultureller Vielfalt. Diese Heterogenität birgt viele Chancen: Sie eröffnet neue Perspektiven, fördert kreative Lösungsansätze und stärkt die Innovationskraft. Gleichzeitig stellt sie auch eine Herausforderung dar, beispielsweise wenn unterschiedliche Erwartungen an Teamarbeit, Führung, Feedback oder Konfliktbewältigung aufeinandertreffen (Thomas, 2010; Hofstede, 2001).

In diesem Kontext übernehmen Betriebsräte und Interessenvertretungen eine zentrale Rolle: Sie vermitteln zwischen Beschäftigten und Arbeitgebern, moderieren Konflikte, vertreten die Anliegen von Arbeitnehmer*innen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und gestalten aktiv eine respektvolle, diskriminierungsfreie Betriebskultur. Dafür benötigen sie nicht nur Fachwissen, sondern auch interkulturelle Sensibilität, Reflexionsfähigkeit und kommunikative Kompetenz.
Um genau diese Kompetenzen zu stärken, bieten wir Seminare zum Thema „Interkulturelle Kommunikation“ an. In diesem Zusammenhang freuen wir uns, eine ausgewiesene Expertin im Bereich der interkulturellen Kommunikation vorstellen zu dürfen. Annelie Tattenberg ist eine erfahrene Wirtschaftsmediatorin, Executive Coach und Senior Consultant. Sie unterstützt dabei, neue Lösungsansätze zu entdecken, andere Perspektiven kennenzulernen und anderweitig gebundene Ressourcen zu aktivieren. Mit viel Praxiserfahrung, wissenschaftlichem Know-how und einem besonderen Gespür für die Dynamik kultureller Vielfalt im betrieblichen Alltag begleitet sie unsere Seminare.
Ihre Seminare findest du hier
Interkulturelle Kommunikation in Gremien und im Betrieb – Gemeinsam stark – erfolgreich verhandeln und kommunizieren in kulturell vielfältigen Teams
→ 23.11.–26.11.2025 • Bad Münder • BWS-001-757701-25
→ 19.04. – 22.04.2026 • Bad Münder • BWS-001-757701-26
Quellen:
Thomas, A. (2010): Interkulturelle Kompetenz: Grundlagen, Probleme und Konzepte
Hofstede, G. (2001): Culture’s Consequences: Comparing Values, Behaviors, Institutions and Organizations Across Nations. Sage
Leichner, M. (n.d.): Interkulturelle Kommunikation. Kraus & Partner. Interkulturelle Kommunikation verstehen – Theorie & Praxis
Kristin Kühn, Erschienen in Ausgabe 6 vom Navigator am 18.08.2025
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